Wirtschaftliche Lage

Von wegen Durchstarten nach der Corona-Pandemie. Aktuell liegt die Produktion der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) immer noch um 12 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018. Und leider spricht sogar vieles für wirtschaftliches Long-Covid: Putins Angriff auf die Ukraine und die neuen Corona-Lockdowns in China treffen die Weltwirtschaft – und gerade auch unseren Industriezweig. Die M+E-Industrie erwirtschaftet schließlich fast 60 Prozent des Umsatzes im Ausland. Und wenn jetzt auch noch ein Stopp für russisches Gas käme: Das würde die wirtschaftlichen Verwerfungen erheblich weiter steigern.

Verglichen mit der Produktion blieb die M+E-Beschäftigung fast stabil. Rund 3,9 Millionen Mitarbeiter hat Deutschlands größter Industriezweig derzeit. Das sind rund 170.000 weniger als vor den Krisen. Aber das unterstreicht: Die M+E-Betriebe tun nach wie vor alles, um ihre Belegschaften zu halten – auch wenn das leichter gesagt ist als getan. Denn die Erträge der Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck. Obendrein muss weiter investiert werden, in die Megaaufgaben Strukturwandel und Digitalisierung. Was vor allem Mut macht beim Blick Richtung Zukunft: Gemeinsam können die M+E-Betriebe und ihre Mitarbeiter große Herausforderungen stemmen.

Umsatz: 1.176 Milliarden Euro

Exporte: 753 Milliarden Euro

Investitionen: 36,3 Milliarden Euro, Gewinne nach Steuern werden vollständig reinvestiert.

Beschäftigte: 3,89 Millionen (Stand: April 2022)

Unternehmen: 25.700

Durchschnittseinkommen: 60.280 Euro

Auszubildende: 180.000

Die M+E-Produktion erholte sich nach einem deutlichen Rückgang um 4,3 % im März im April leicht um 1,2 % zum Vormonat. Das Produktionsniveau blieb damit unter dem des Jahreswechsels, womit sich der Abstand zum Vorkrisenniveau 2018 weiter vergrößerte. Die Entwicklung wird weiterhin gedämpft durch Lieferengpässe und Kostensteigerungen. Hinzu kommen ein hoher Krankenstand und Fachkräfteengpässe.

Die M+E-Beschäftigung lag im April 2022 mit 3,89 Mio. saisonbereinigt wieder leicht über dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Mitarbeiterzahl um 0,6 % bzw. 23k höher, wobei die Entwicklung zwischen +3,2 % in der Elektroindustrie und -2,0 % bei Automotive schwankt. Die Personalpläne der M+E-Firmen haben sich seit Jahresbeginn abgeschwächt, sind aber insgesamt noch positiv. Im Juni planten 19 % der M+E-Firmen Personal aufzubauen, während 8 % mit einer Reduzierung rechneten. Der Großteil der Firmen versucht den Personalstand zu halten.